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Richard Trunk
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Richard Trunk (* 10. Februar 1879 in Tauberbischofsheim; † 2. Juni 1968 in Herrsching am Ammersee) war ein deutscher Komponist, Liedbegleiter und Chordirigent.

Contents

‱ Leben
‱ Werk
‱ Ehrungen
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Leben

Richard Trunk nahm 1894 sein Studium am Frankfurter Hoch’schen Konservatorium bei Iwan Knorr auf. Von 1896 bis 1899 studierte er an der Königlichen Akademie der Tonkunst in MĂŒnchen bei Joseph Rheinberger und Berthold Kellermann. Anschließend wirkte er in MĂŒnchen als Musiklehrer, Korrepetitor und Dirigent zweier Gesangvereine, der BĂŒrgersĂ€ngerzunft und des Volkschors Union, sowie als Klavierbegleiter von Eugen Gura und von 1906 bis 1909 als Musikreferent der MĂŒnchner Post und als Komponist. 1912 ging er als Leiter der Arion Society nach New York, wo er bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges blieb. Danach wirkte er wieder in MĂŒnchen als Komponist und Musikschriftsteller (1916–1922 als Referent der Bayerischen Staatszeitung) sowie ab 1919 nochmals als Dirigent der BĂŒrgersĂ€ngerzunft und als Begleiter in MĂŒnchen.

Ab 1925 war er an der Rheinischen Musikschule in Köln, zunĂ€chst als stellvertretender Direktor, ab 1933 als Direktor tĂ€tig, nachdem er 1927 dort Professor geworden war. Am 1. November 1931 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 659.692cite-ref-1[1]). Von 1934 bis 1945 war Trunk PrĂ€sident der Staatlichen Akademie der Tonkunst MĂŒnchen, von 1935 bis 1939 Dirigent des MĂŒnchner Lehrergesangvereins.

Ab 1909 war er mit der SĂ€ngerin Fanny Echter verheiratet. Nach der Scheidung heiratete er in zweiter Ehe 1925 die SĂ€ngerin Maria Delbran. Im Juni 1945 wurde er aus dem Amt des PrĂ€sidenten der Akademie entlassen, behielt jedoch nach der Entnazifizierung und Einstufung als MitlĂ€ufer IV. Grades seine Pension; zu seinem 85. Geburtstag fand eine Feier in der Hochschule statt. Trunk lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1968 zurĂŒckgezogen in Riederau am Ammersee.

Werk

Sein Werk umfasst 94 Opera, darunter Chorwerke, Klavierlieder (37 Zyklen mit ĂŒber 200 Liedern) und Instrumentalmusik. Vergleichbar dem Werk Werner Egks, ist Trunks Musik heute vollstĂ€ndig aus dem Musikleben verschwunden.

Ehrungen

1934 wurde Trunk zum EhrenbĂŒrger der Stadt Tauberbischofsheimcite-ref-2[2] und 1952 von Rieden am Ammerseecite-ref-3[3] ernannt. 1939 erhielt er die Goethe-Medaille fĂŒr Kunst und Wissenschaft, 1942 den Musikpreis der Stadt MĂŒnchen. In Tauberbischofsheim sind eine Straße und die StĂ€dtische Musikschule bis heute nach ihm benannt.

Karriere als Nationalsozialist und Rechtfertigungsstrategie nach 1945

Mit seinem frĂŒhen Eintritt in die NSDAP bekannte sich Trunk offen und vorbehaltlos zu den ideologischen Zielen des Nationalsozialismus. So gehörte er zu den Unterzeichnern eines anlĂ€sslich der anstehenden Wahl des ReichsprĂ€sidenten in der nationalsozialistischen Zeitung Westdeutscher Beobachter erschienenen Aufruf fĂŒr Adolf Hitler, der in dem von ihm geleiteten Kölner MĂ€nnergesangverein zu einem Affront fĂŒhrte: „Ich glaube an Adolf Hitler und an seine Sendung! Ich glaube an ihn, den ĂŒberragenden, willensstarken FĂŒhrer, der diese gewaltige nationale Bewegung geschaffen und dadurch Millionen von deutschen Volksgenossen wieder einen neuen Lebensinhalt gegeben hat. Ich glaube an ihn, den einzigartigen Menschen, als Inbegriff wahrer HerzensgĂŒte, echter Gesinnungstreue und seltener CharaktergrĂ¶ĂŸe. Ich glaube an Adolf Hitler! Er ist vom Schicksal berufen, Deutschland wieder einig, frei und glĂŒcklich zu machen.“cite-ref-4[4]

In einer „Festrede“, die Trunk am 21. MĂ€rz 1933 anlĂ€sslich des sog. "Tags von Potsdam" auf einer "nationalen Feierstunde" der Kölner Hochschule fĂŒr Musik hielt, heißt es im Hinblick auf die Musik der Weimarer Republik: „Fast die gesamte Musikproduktion erschien mit einem Male beherrscht von einer spekulativen Destruktion, wie sie in solch unverhĂŒllter Schamlosigkeit niemals vorher aufgetreten war. (...) Gewiß war solchen Ausscheidungen einer oft erschreckenden Phantasie fast immer nur ein Leben von kurzer Dauer beschieden. Ihr verderblicher Einfluß auf die Seele unseres Volkes, insbesondere ihre giftige Aussaat in die leicht empfĂ€nglichen Sinne der musikalischen Jugend drohte jedoch mehr und mehr zu einer ganz schlimmen Gefahr zu werden. (...) Wir bekĂ€mpfen hartnĂ€ckig und bewußt alles - auch kulturpolitisch - [,] was wir fĂŒr unser Volk als gefĂ€hrlich oder schĂ€dlich erkannt haben.“cite-ref-5[5] Trunk fĂŒhrte weiter aus: "Ein neues Deutschland ist im Werden begriffen. Es mitzugestalten, werden gerade unsere musikalischen ErziehungsstĂ€tten, unsere Musikhochschulen und Musikschulen in besonderem Maße berufen sein, denn der revolutionĂ€re Geist des neuen Reiches wird unaufhaltsam auch in alle Kulturgebiete eindringen, und der Gleichschaltung des politischen Willens wird auch eine Gleichschaltung des kulturpolitischen Geschehens zwangslĂ€ufig folgen mĂŒssen. Wohl jeder Mensch hat eine Weltanschauung, sie mag falsch oder richtig sein, und wie es eine politische, philosophische und religiöse Weltanschauung gibt, so gibt es auch eine kĂŒnstlerische. Und diese Weltanschauung in unserem Sinne, in nationalem und völkischem Sinne zu beeinflussen, wollen wir Musiker, KĂŒnstler und Lehrer tatkrĂ€ftig mithelfen."cite-ref-6[6]

AnlĂ€sslich von Trunks Berufung zum PrĂ€sidenten der MĂŒnchner Akademie der Tonkunst wĂŒrdigte ihn Hermann Unger im Völkischen Beobachter vom 9. Juli 1934 als „kulturpolitische[n] Redner“, der „seine jugendlichen Zuhörer kraft seines eigenen, jung gebliebenen Temperaments wie seiner, auch die andern [sic] mitreißenden Begeisterung fĂŒr die Aufgaben und Ziele unserer Bewegung aufzurĂŒtteln verstand und auch als Schulungsredner (...) MĂ€nner aus der FĂŒhrerschaft der Partei zu gewinnen wusste.“cite-ref-7[7] In einem am selben Tag in den MĂŒnchner Neuesten Nachrichten erschienenen, namentlich nicht gezeichneten Artikel zu seiner Ernennung heißt es abschließend: „Wie Richard Trunk durch sein mannhaftes Bekenntnis zu Adolf Hitler mitten in der Zeit des politischen Kampfes in Köln, der Hochburg des Zentrums, Aufsehen erregte, so hat er immer wieder durch kulturpolitisch bedeutsame Ansprachen Lehrer und Studierende der Rheinischen Musik- wie der Staatlichen Hochschule zu entflammen gewußt, und es war nur selbstverstĂ€ndlich, daß man ihn sogleich bei der BegrĂŒndung der Reichsmusikkammer in den Beirat der Fachschaft fĂŒr Chorwesen und Volksmusik berief, ebenso wie er als Vorsitzender des Preisrichterkollegiums bei dem jĂŒngst abgehaltenen Ausschreibung der GebietsfĂŒhrung West der Hitler-Jugend fĂŒr volksverbundene Lieder und Marschmusik fungierte. So ist Richard Trunk dazu berufen, kraft seiner ĂŒberragenden menschlichen und kĂŒnstlerischen Persönlichkeit, seiner organisatorischen und musikalischen FĂŒhrereigenschaften im Dritten Reich an hervorragendster Stelle zu stehen und mitzuhelfen an dem großen Werke der kulturellen Volkseinigung, das die nĂ€chsten Jahre und Jahrzehnte auszufĂŒllen haben wird.“cite-ref-8[8]

Die zweite, nach dem Röhm-Putsch verĂ€nderte Auflage des Deutschen FĂŒhrerlexikons von 1934/35, in dem „Biographien der mit den fĂŒhrerischen Aufgaben auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in Deutschland beauftragten MĂ€nner“ (S. 11) verzeichnet sind, enthĂ€lt trotz Trunks frĂŒheren Kontakten zu Ernst Röhm einen Eintrag ĂŒber ihn mit dem ausdrĂŒcklichen Hinweis auf seine „arische Abstammung“cite-ref-9[9]. Dass Trunk eine unangefochtene Position erreicht hatte, belegt auch der am 26. Juli 1934, d. h. nach dem Röhm-Putsch in der NS-Zeitung Der FĂŒhrer erschienene Artikel anlĂ€sslich seiner Berufung (und derjenigen Oskar Wallecks als Intendant des Bayerischen Staatstheaters) nach MĂŒnchen. Hier heißt es zum Schluss: „Doch immer blieb Richard Trunk, der vor allem mit seinen Liedern zum Herzen des deutschen Volks gefunden hatte, ein mit reichem schöpferischen Schaffen begnadeter Mensch, der auch dem Nationalsozialismus einige mĂ€chtige Chorwerke gegeben hat. Mit ihm, der wegen seines Bekenntnisses zum Nationalsozialismus in den vergangenen Jahren so manches erdulden musste, ist ein schöpferischer und ein Mensch mit reicher Arbeitskraft an eine der wichtigsten Stellen des deutschen Musiklebens gekommen.“cite-ref-10[10]

In seinem nach der Amtsenthebung verfassten Rechtfertigungsschreiben an das Bayerische Innenministerium fĂŒhrte Trunk dazu aus: „Politisch hatte ich mich nie betĂ€tigt und hatte auch niemals einer Partei angehört. Was mich spĂ€ter veranlasste, der NSDAP als Mitglied beizutreten, war lediglich der Umstand, daß Hitler immer wieder und mit ĂŒberzeugender Begeisterung fĂŒr die deutsche Kunst und Musik in einem bisher unbekannten Maße einzutreten versprach, wodurch er ja auch gerade die KĂŒnstler besonders zu kaptivieren wusste.“cite-ref-11[11] Inwieweit Trunks Behauptungen belastbar sind, dass er sich nicht nur fĂŒr den am 21. MĂ€rz 1933 entlassenen Direktor der Kölner Musikhochschule Walter Braunfels, sondern ab 1934 in MĂŒnchen immer wieder fĂŒr jĂŒdische Hochschulangehörige sowie sogar fĂŒr eine dem Kreis der Weißen Rose nahestehende und an den Protestaktionen an der MĂŒnchner UniversitĂ€t im Februar 1943 beteiligte Studierende eingesetzt habe, wurde im Fall von Braunfels widerlegtcite-ref-12[12] bzw. bleibt noch Gegenstand der Forschung. Auf dem Fragebogen der amerikanischen Besatzungsbehörde beantwortete Trunk die Frage nach Veröffentlichungen und Reden dahingehend, dass er nur Kompositionen publiziert habe. Über seine AktivitĂ€ten als Redner behauptete er: "Die wenigen kurzen Ansprachen, die ich gelegentlich zu halten hatte, trugen amtlichen, fachlichen oder privaten Charakter. Was ich davon an Aufzeichnungen etwa noch besitzen mochte, ist bei der Zerstörung des OdeongebĂ€udes durch Fliegerangriffe (April 1944) in meinem Arbeitszimmer verbrannt."cite-ref-13[13]

Werke fĂŒr propagandistische Zwecke (insbesondere „Feier der neuen Front“)

Ab 1932 vertonte Trunk eine Reihe von Texten nationalsozialistischer Autoren fĂŒr MĂ€nnerchor-Besetzung, so die Hitler gewidmete und vielfach, darunter auch von Herbert von Karajan 1935 in Aachen aufgefĂŒhrte Feier der neuen Front nach Baldur von Schirach (mit den Teilen 1. „Hitler“; 2. „Des FĂŒhrers WĂ€chter“; 3. „O, Land“; 4. „Horst Wessel“) op. 65, Lieder der Arbeit op. 66, Morgenrot, Deutschland op. 67, Drei MĂ€nnerchöre op. 69 und Deutsche GesĂ€nge op. 73.cite-ref-14[14] Feier der neuen Front wurde am 30. November 1933 durch den Berliner Lehrergesangverein in Berlin zur UrauffĂŒhrung gebracht, der es auch im Mai 1934 vor Hitler vortrug.cite-ref-15[15] Zu einer AuffĂŒhrung der Feier der neuen Front (zusammen mit Trunks Chorwerk Du mein Deutschland auf Texte von u. a. Hanns Johst und Ludwig Finckhcite-ref-16[16]) Anfang MĂ€rz 1934 durch den MĂ€nnergesangverein der Rheinisch-WestfĂ€lischen Sprengstoff AG in Troisdorf heißt es in einer Rezension im General-Anzeiger fĂŒr Bonn und Umgegend, das Werk entwickle „(
) aus einem archaisierenden Moll-Thema ein Bildnis Adolf Hitlers, das mit dem Durschluß den Charakter froher Verheißung annimmt. Und auch weiterhin gibt Trunk dem Grundgedanken der Dichtung so sinnfĂ€lligen Ausdruck, daß jubelnder Beifall eine Wiederholung des Schlussgesanges ‚Horst Wessel‘, aus dem der ruhig feste Schritt einer neuen Zeit deutlich aufklingt, unerbittlich erzwang.“cite-ref-17[17] In der WĂŒrdigung Trunks zu seinem 60. Geburtstag, die im Völkischen Beobachter vom 10. Februar 1939 erschien, wird Feier der neuen Front als „eine[r] der grĂ¶ĂŸten Chorerfolge der letzten zehn Jahre“ bezeichnet; das Werk sei „in vielen hunderten StĂ€dten aufgefĂŒhrt“ worden.cite-ref-18[18]

Die Verleihung der Goethe-Medaille an Trunk im Jahr 1939 wurde in einem Entwurf-Schreiben des Reichsministeriums fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda an die PrĂ€sidialkanzlei vom 6. Februar 1939 unter ausdrĂŒcklichem Bezug auf dieses Werk begrĂŒndet: „Richard Trunk besitzt als Komponist unzĂ€hliger, viel gesungener Lieder unzweifelhafte Bedeutung fĂŒr das deutsche Liedschaffen. Auch die deutsche MĂ€nnerchor-Literatur hat er mit wertvollen Werken bereichert, unter denen besonders die Chorwerke ‚Du, mein Deutschland‘ und ‚Feier der neuen Front‘ hervorzuheben sind, da mit ihnen durch die Verwendung nationalsozialistischer Dichtung (Baldur v. Schirach) ein Bekenntnis zu FĂŒhrer und Reich abgelegt hat. Sein Schaffen wurzelt völlig im deutschen Volkstum. (...) Dass Trunk bereits vor der MachtĂŒbernahme offen fĂŒr die nationalsozialistische Weltanschauung eingetreten ist und sich bei der ReichsprĂ€sidentenwahl im April 1932 durch einen Zeitungsaufruf fĂŒr die Kandidatur des FĂŒhrers einsetzte, muss besonders betont werden, da er dadurch seine damalige Stellung in Köln gefĂ€hrdete. Er ist auch dem FĂŒhrer aus verschiedenen AnlĂ€ssen persönlich bekannt.“cite-ref-19[19]

Rezeption nach 1945; Stand der Aufarbeitung

Anfang November 1961 wandte sich der Musikwissenschaftler Fred K. Prieberg an Trunk mit der Frage, ob dieser ihm die Partitur von Feier der neuen Front fĂŒr seine Forschungen zur Musikgeschichte des Nationalsozialismus zur VerfĂŒgung stellen könne. Trunk antwortete darauf am 7. November 1961 wie folgt: „[D]as von Ihnen gesuchte Chorwerk a cappella 'Feier der Neuen Front', das ich vor rund 30 Jahren komponierte - der Text war mir damals zugeschickt worden -[,] besitze ich selbst schon lange nicht mehr. In jener turbulenten Zeit um 1933 haben bekanntlich viele Dichter und Komponisten spontan und ad hoc auch mal ein StĂŒck geschrieben, das man heute natĂŒrlich nur noch aus der Sicht und der politischen Gegebenheit jener Zeit heraus wird verstehen können. Denn daß man damals in Wirklichkeit einem unseligen Irrtum erlegen war, zu dieser Erkenntnis ist nachher wohl jeder gekommen - der eine frĂŒher, der andere spĂ€ter. Aber daß man nun trotzdem - nach so vielen Jahren - noch einmal 'hingehĂ€ngt' werden soll, wie etwa in der von Ihnen geplanten 'Studie ĂŒber Musik und Politik', in diesem besonderen Fall also wegen eines vor 3 Jahrzehnten entstandenen ChorstĂŒckes, das in meinem reichen musikalischen Schaffen ĂŒberhaupt keine Rolle spielt, geht mir nicht recht ein.“cite-ref-21[21]

Die zu Lebzeiten erschienenen Biographien und Artikel unterschlugen die Existenz der Feier der neuen Front und anderer einschlĂ€giger Werke wie auch Trunks Stellung zum und im Nationalsozialismus konsequent. Erst in der 1987 erschienenen postumen WĂŒrdigung von Horst Ferdinand (siehe Literatur) wird op. 65 genannt, doch der Verfasser relativiert die gesamte Thematik unter Bezug auf die apologetischen, teils noch in den 1930er Jahren erschienenen Publikationen von Wilhelm Zentner und Alfons Ott stark.cite-ref-22[22] Der Tauberbischofsheimer Gemeinderat lehnte 1986 die Forderung, Trunk nachtrĂ€glich die EhrenbĂŒrgerschaft zu entziehen, unter Verweis auf den Spruchkammerbescheid ab.cite-ref-23[23] Eine öffentliche Neubewertung von Trunks Rolle im Nationalsozialismus stand trotz verschiedener einschlĂ€giger Veröffentlichungen und Dokumentationen (s. Literatur: Klee 2007, Schmitt 2005, Prieberg 2004) lange aus.

Neue Kontroverse seit 2025

Nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks im Februar 2025cite-ref-24[24] ĂŒber Trunk erschien am 19. April 2025 ein Bericht in den FrĂ€nkischen Nachrichtencite-ref-25[25], in dem sich die parteilose BĂŒrgermeisterin fĂŒr Umbenennungen aussprachcite-ref-26[26]. Am 23. Juli 2025 beschloss die Mehrheit des Gemeinderats von Tauberbischofsheim, einen Antrag auf Umbenennung der StĂ€dtischen Musikschule mit der BegrĂŒndung von der Tagesordnung zu nehmen, dass es in der Sache seit 1986 keine neuen Erkenntnisse gebe.cite-ref-27[27] Gegen diese Entscheidung wurde unmittelbar danach in einer Reihe von Leserbriefen Protest eingelegt, vereinzelt jedoch auch Zustimmung bekundet. Ein am 30. August 2025 erschienener Artikel in den FrĂ€nkischen Nachrichten befand, dass eine Neubewertung auf Grund zuvor unbekannten Materials gegeben sein könnte.cite-ref-28[28]

Literatur

‱ Ernst Klee: Richard Trunk. In: Ders.: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5.
‱ Stephan Schmitt: Die Staatliche Hochschule fĂŒr Musik – Akademie der Tonkunst in der Zeit des Nationalsozialismus. In: Ders. (Hrsg.): Geschichte der Hochschule fĂŒr Musik und Theater MĂŒnchen von den AnfĂ€ngen bis 1945. Schneider, Tutzing 2005, S. 333–345.
‱ Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon. Kiel 2009, 2. Auflage, S. 7749–7757. online
‱ Horst Ferdinand: Trunk, Richard. In: Bernd Ottnand (Hrsg.): Badische Biographien. Neue Folge. 2. Band. Kohlhammer, Stuttgart 1987, ISBN 3-17-009217-0, S. 285–287 (E-Text)
‱ Richard Trunk Internationales Biographisches Archiv 32/1968 vom 29. Juli 1968, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks

Commons

: Richard Trunk

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Werkeverzeichnis von Richard Trunk auf Klassika.info

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Fred K. Prieberg: Trunk, Richard. In: Handbuch deutsche Musiker 1933–1945. Selbstverlag, AuprĂ©s de Zombry, 2004, S. 7259.
cite-note-22. ↑ EhrenbĂŒrger der Kreisstadt Tauberbischofsheim (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tauberbischofsheim.de auf www.tauberbischofsheim.de
cite-note-33. ↑ https://www.riederau.net/index.php/menschen
cite-note-44. ↑ zit. n. Stephan Schmitt: "Die Staatliche Hochschule fĂŒr Musik – Akademie der Tonkunst in der Zeit des Nationalsozialismus", in: Ders. (Hrsg.): Geschichte der Hochschule fĂŒr Musik und Theater MĂŒnchen von den AnfĂ€ngen bis 1945, Schneider, Tutzing 2005, S. 335
cite-note-55. ↑ zit. n. Paul Ehlers, "Richard Trunk", in: Zeitschrift fĂŒr Musik 106 (1939) Heft 2 ["Richard Trunk-Heft"], S. 125–130, hier S. 126
cite-note-66. ↑ zit. n. Sebastian Vaupel, Walter Braunfels. Musik in Zeiten gesellschaftlicher und politischer Spannungen. Eine Untersuchung exemplarisch ausgewĂ€hlter Opernkompositionen im Lichte ihrer Entstehungszeit, Wien 2024, S. 226.
cite-note-77. ↑ zit. n. dem originalen Zeitungsausschnitt in der Personalakte Trunk, Aktenbestand "MK 44748" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs [1]
cite-note-88. ↑ zit. n. dem originalen Zeitungsausschnitt in der Personalakte Trunk, Aktenbestand "MK 44748" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs [2]
cite-note-99. ↑ vgl. https://archive.org/details/DasDeutscheFhrerlexikon19341935OCR, S. 79–80
cite-note-1010. ↑ [D.] "Zwei neue FĂŒhrer im MĂŒnchner Kunstleben. Oskar Walleck und Richard Trunk", in: Der FĂŒhrer. Das badische Kampfblatt fĂŒr nationalsozialistische Politik und deutsche Kultur, Donnerstag, 26. Juli 1934, Folge 208, S. 7, abrufbar im Deutschen Zeitungsportal
cite-note-1111. ↑ zit. n. Schmitt, ebd., S. 342
cite-note-1212. ↑ vgl. dazu Vaupel, Walter Braunfels, S. 227, mit dem Abdruck eines Briefes von Trunk an Braunfels vom 24. MĂ€rz 1933, in dem er jenem zwar bekundet, dass er "schon allein aus dem selbstverstĂ€ndlichen GefĂŒhl menschlichen und kollegialen Anstandes heraus nur die besten WĂŒnsche fĂŒr Sie und Ihre Familie hege", Braunfels aber auch unmissverstĂ€ndlich mitteilt, dass er nichts fĂŒr ihn habe tun können: "Vielleicht hatten Sie angenommen, dass ich als Nationalsozialist hĂ€tte auf den Lauf der Dinge irgendwie bestimmend einwirken können, das wĂ€re jedoch bei der auch Ihnen bekannten grundsĂ€tzlichen Einstellung des Nationalsozialismus keineswegs möglich gewesen."
cite-note-1313. ↑ zit. n. dem originalen Fragebogen, "Beilage 1", in der Personalakte Trunk, Aktenbestand "MK 44748" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs [3]
cite-note-1414. ↑ zit. n. Schmit 2005, S. 337
cite-note-1515. ↑ Antoinette Hellkuhl. „Hier sind wir versammelt in löblichem Tun.“ Der Deutsche SĂ€ngerbund in faschistischer Zeit. In: Musik und Musikpolitik im faschistischen Deutschland. Hrsg. v. Hanns-Werner Heister und Hans-GĂŒnter Klein. Fischer, Frankfurt a. M. 1984, S. 193–203, hier S. 199–201 [mit Notenbeispielen]
cite-note-1616. ↑ [anonym] Richard Trunk: „Du mein Deutschland“. UrauffĂŒhrung in Köln. In: WestfĂ€lische Zeitung / Bielefelder Tageblatt, 23. MĂ€rz 1933, Jg. 123, Nr. 70, S. 2, abrufbar im Deutschen Zeitungsportal
cite-note-1717. ↑ [anonym] Ein Richard Trunk-Abend in Troisdorf. In: General-Anzeiger fĂŒr Bonn und Umgegend, 6. MĂ€rz 1934, Jg. 45, Nr. 14576, S. 9, abrufbar im Deutschen Zeitungsportal
cite-note-1818. ↑ Heinrich Stahl: Richard Trunk. Zum 60. Geburtstag am 10. Januar. In: Völkischer Beobachter, Freitag, 10. Januar 1939, S. 7 (Wiener Ausgabe) ([4])
cite-note-1919. ↑ Original im Archiv Prieberg am Musikwissenschaftlichen Institut der UniversitĂ€t Kiel ([5])
cite-note-201. https://www.tauberbischofsheim.de/429435.html
cite-note-2121. ↑ Original im Archiv Prieberg am Musikwissenschaftlichen Institut der UniversitĂ€t Kiel ([6])
cite-note-2222. ↑ vgl. Schmitt, ebd., S. 341
cite-note-2323. ↑ http://www.traumaland.de/downloads/nationalsozialismus.pdf
cite-note-2424. ↑ Johann Jahn: "Komponist und Nationalsozialist. Debatte um Richard Trunk" [7]
cite-note-2525. ↑ Heike von Brandenstein: "Musikschule soll nicht mehr den Namen von Richard Trunk tragen" sowie "'Richard Trunk hat sich 1932 klar als Nationalsozialist positioniert'" [Interview mit Wolfgang Rathert], FrĂ€nkische Nachrichten vom 19. April 2025, S. 17
cite-note-2626. ↑ Klaus Hillenbrand: NS-Vergangenheit eines Komponisten: Ehre, wem keine Ehre gebĂŒhrt. In: taz. 13. Oktober 2025, abgerufen am 15. Oktober 2025.
cite-note-2727. ↑ Heike von Brandenstein: "Tauberbischofsheim: Kein Indiz fĂŒr aktive UnterstĂŒtzung des NS-Regimes?", FrĂ€nkische Nachrichten vom 29. Juli 2025 [8]
cite-note-2828. ↑ Heike von Brandenstein: "In der Causa Trunk gibt es durchaus neues Material", FrĂ€nkische Nachrichten vom 30. August 2025 [9]